Der Alp
, des -es, plur. die -e, 1) Eigentlich, in der Geisterlehre des
großen Haufens, ein bösartiger Geist, dem man den Krampf im
Zwergfalle zu schreibet, welcher sich zuweilen bey Schlafenden einfindet, und
mit einem Magendrücken und schweren Träumen verbunden ist. Man glaubt
alsdann, der Alp komme in Gestalt einer Katze oder andern Thieres, lege sich
auf den Menschen und verhindere ihn am Athemhohlen; und dieß nennet man
denn, [
221-222] von dem Alpe gedrückt oder geritten
werden. Daher das Alpdrücken, dieser Zufall. 2) Figürlich, auch das
Keichen oder der schwere Athem bey dem Viehe, welcher an einigen Orten der
Hintsch genannt wird.Anm. Frischens und Wachters Ableitungen dieses Wortes von
dem Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - und -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - sind viel zu weit hergehohlet. Alle untere Geister, und
das, was die Römer Faunen, Satyren und Nymphen hießen, führeten
bey allen alten nordischen Völkern den Nahmen der Alfen oder Elfen;
vielleicht von dem folgenden Worte Alp, ein Berg, weil man ihnen vornehmlich
die Berge zu ihrer Wohnung anwies. Wachter selbst und nach ihm Ihre und andere
führen von diesen Alfen und Elfen Beyspiele genug an. Unter andern
Wirkungen, deren Ursache die damahligen eingeschränkten Einsichten nicht
sogleich begreifen konnten, schrieb man ihnen auch das krampfartige
Magendrücken im Schlafe zu, welcher Aberglaube sich denn noch bis auf die
heutigen Zeiten erhalten hat. Im Niedersächs. und allen damit verwandten
Mundarten ist diese Beschwerde und der Geist, der sie verursachen soll, auch
unter dem Nahmen des Mahren bekannt;
S. dieses Wort. Die Oberdeutschen nennen ihn hingegen
auch das Schröterlein, und nach einer verderbten Aussprache Schrötle,
Schretzel, Schretz, Scherzel, ingleichen das Nachtmännlein, Wichtele, den
Druden, Nachtdruden, und das Alpdrücken selbst, das Druddrücken.
S. Drud. Von der ersten Benennung kommt vermuthlich auch
das Slavonische Skrjter her, womit die Böhmen diesen Geist benennen.
Einige Niedersachsen kennen ihn auch unter dem Nahmen des Huckup von aufhucken.
Bey den Franzosen heißt er Appesart, und Cauchemar, bey den Ital.
Pesarvolo, bey den Spaniern Pesadilla, und im Lateine der mittlern Zeiten
Babutzicarius. In der Mark Brandenburg wird der fliegende Drache der Alft
genannt. [
223-224]