Die Alose
, plur. die -n, ein Seefisch, der zu dem Geschlechte der
Häringe gehöret, nur daß er länger ist, ob er gleich nicht
über anderthalb Fuß lang wird. Im Frühlinge steigt er aus der
See in alle Flüsse und Bäche, geht aber im May wieder zurück, da
er denn häufig gefangen wird, und daher auch an einigen Orten, besonders
in Niedersachsen, Mayfisch heißt; Clupea Alosa, L. Der Nahme Alose ist aus
dem spätern Latein, Alosa, Alausa, der sich schon bey dem Ausonius findet,
und von dem Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - herkommen soll, weil dieser Fisch das salzige Seewasser
liebt; wenn er nicht vielmehr alt-Gallischen Ursprunges ist. Im Deutschen wird
dieser Nahme in den verschiedenen Gegenden in Alsem, Alsam, Alse, Als, Els,
Elst, Else, Ilse, und Lausfisch verderbt. Das Ital. Alosa, Franz. Alose,
Böhmische Kaloz, und Holländ. und Nieders. Eleft und Elften sind auch
aus dem Lateinischen. In eben dieser Sprache heißt dieser Fisch auch
Clupea, davon das Ital. Chieppa und Chepia sind. Der Jessen in der
Chursächsischen Fischordnung ist wohl eben dieser Fisch, indem
Chyträus die Alose auch Jesen nennt, und das Slavonische Gesen und Gess
eben diesen Fisch bezeichnet. Am Bodensee heißt er Gangfisch, um
Regensburg Sichling oder Seelaube; an andern Orten aber wird er, dem Henisch
und Frischlin zu Folge, auch Goldfisch, Ziege, Zig, Verich, Vering, Vint und
Schade, Engl. Shad, genannt. [
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