2. Die Krume
2. Die Krume,
[
1803-1804] plur. die -n, Diminut. das
Krümchen, oder Krümelchen, Oberd. Krümlein, zusammen gezogen Krümel, ein Wort,
welches in einer doppelten Bedeutung gebraucht wird. 1) Ein kleines aus einem
größern durch Zerreiben oder Zerbrechen entstandenes Stück; wo es besonders von
solchen kleinen zerriebenen Stückchen des weichern Theiles des Brotes gebraucht
wird; die Brocken, Brosamen, Brotkrumen, Semmelkrumen. Die Krumen oder Krümchen
auflesen. Krümlein sind auch Brot. Im gemeinen Leben wird es in Diminut. auch
für ein Bißchen, sehr wenig, gebraucht. Ein Krümchen Brot. Ein Krümchen Essen.
Nicht ein Krümchen, nicht das geringste. Im gemeinen Leben einiger Gegenden ist
auch Krumpe, Grumpe, von einem Brocken, von einer großen Krume üblich. 2) Der
weichere Theil des Brotes, im Gegensatze der Rinde oder Kruste; als ein
Collectivum, ohne Plural und ohne Verkleinerung. Die Krumme essen. Die Rinde
von der Krumme schneiden. Bey den Meißnern Brossem, im Oberdeutschen die
Schmolle, im Dän. Madsmule, welches zu der Verwandtschaft des Lat. mollis
gehöret, aber gewiß nicht aus demselben entlehnet ist, weil in den gemeinen
Mundarten molsch, morsch, im Schwed. mjäll und im Engl. mellow gleichfalls
weich bedeuten. Anm. In der ersten Bedeutung im Nieders. Kröme, im Diminut.
Krömken, im Angels. Cruma, im Engl. Crum, im Pohln. Kromka. Im Schwed. ist Kram
die Fülle, dasjenige, womit eine Speise gefüllet wird, und im mittlern Lat.
Crumenia kleine Stückchen Gold. Alle von dem Nieders. cruman, zerreiben,
welches mit dem Hebr. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - ,
und Griech -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - verwandt ist,
S. Griebe.