Die Bürde
, plur. die -n, eigentlich so viel jemand tragen kann, oder was
jemand zu tragen verpflichtet ist, so wohl in eigentlicher als figürlicher
Bedeutung. Eine Bürde Holz, Gras, im Oberdeutschen. Sich eine schwere
Bürde auf den Hals laden. Einem eine Bürde auflegen, ihm seine
Bürde abnehmen. Er hat eine schwere Bürde zu tragen. In engerer
Bedeutung wird dieses Wort so wohl allein, als auch in der Zusammensetzung
Leibesbürde, zuweilen von der Leibesfrucht gebraucht. Sieist von ihrer
weiblichen Bürde, oder von ihrer Leibesbürde entbunden worden.Anm.
Bürde, bey dem Kero Purdi, bey dem Ottfried und Tatian Burdi, bey dem
Stryker Purde, im Angels. Byrthun, im Engl. Burden, im Isl. Byrth, im Dän.
Byrde, im Schwed. Börda, im Franz. Fardeau, Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - , kommt von
bären, tragen, her.
S. Bahre. Bürde kommt im Hochdeutschen in der
Sprache des gemeinen Lebens und des täglichen Umganges wenig vor,
häufiger aber in der Büchersprache und in der anständigern
Schreibart. In Schlesien bedeutet Pürdel den Schmiedehammer; in
Preußen ist Berde eine große Menge, eine Berde Obst, wofür man
im Hochdeutschen auch wohl eine Last Obst sagt. Im mittlern Latein wird Burdo
von einem Lastthiere gebraucht. Im Oberdeutschen ist Bürde auch unter der
Bedeutung eines Bündels bekannt.
S. Bürdestahl. [
1259-1260]