Das Brack
, des -es, die -e, oder des -es, plur. die -en, im gemeinen
Leben, das Untaugliche in seiner Art, welches ausgeschossen, oder von dem Guten
abgesondert wird. In dieser Bedeutung wird dieses Wort so wohl in
Oberdeutschland, als auch, und zwar am häufigsten, in Niederdeutschland
und den verwandten Mundarten gebraucht, und zwar so wohl als ein Collectivum,
und ohne Plural, als auch von einzelnen untauglichen Dingen, mit dem Plural. Es
ist nur Brack, d. i. Ausschuß, so wohl von Waaren, als auch von dem Viehe,
und einer jeden andern Sache. Bracken und Abständer, sind im Forstwesen
abgestandene und zu Nutzholz untaugliche Bäume. Brack, Bracken, oder
Brackvieh, in der Landwirthschaft, Schafe oder Rindvieh, welches im Herbste als
untauglich abgesondert und geschlachtet oder verkauft wird. Auch die
Kürschner nennen die schlechteste Art ihrer Waare Brack. Daher auch die
zusammen gesetzten, Brackgut, Brackhäring, Brackkäse, Brackschafe,
Brackschöpse, u. s. f. In der Seefahrt bedeutet Brack oder nach der
Niedersächsischen Mundart Wrack, die Trümmer eines gescheiterten
Schiffes.Anm. Der letzten Bedeutung zu Folge könnte man diese Wort von
brechen oder zerbrechen ableiten. Allein man muß dessen Ursprung wohl
etwas weiter suchen. Rek bedeutet im Isländ. Wagrek im Schwed. Warecum im
mittlern Lateine, und Vrag im Dänischen, ein gestrandetes Schiff, Hrak,
Brak, und Schwed. Rakeri, alles Verwerfliche in seiner Art, und reka, Schwed.
reka, raka, wraeka, auswerfen, ausstoßen, auskratzen, und intransitive und
fortgetrieben werden, herum irren, (
S. Brachvogel,) welche Bedeutungen auch das Angels.
hraecan, das Goth. fracunnan, das Engl. wreake, das Dän. vragern hat. Im
Nieders. lautet dieses Wort Wrack.
S. Bragen, Brechen, Gebrechen, Kracke, Racker, Wrack und Werk,
stupa. [
1143-1144]