Münchener DigitalisierungsZentrum - Digitale BibliothekBSB - Bayerische Staatsbibliothek

Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Der Zwickelbart | | Der Zwicker

Zwicken

, [1789-1790] verb. reg. act. 1. Mit zwey zusammen gedrückten stumpfen Spitzen drücken, fast wie kneipen. Eigentlich sollte es nur von kleinern Spitzen und einer damit gedrückten kleinern Fläche, wie zwacken von größern gebraucht werden; allein dieser Unterschied wird selten beobachtet, indem zwicken in den meisten Fällen für zwacken üblich ist. Jemanden in den Arm zwicken, mit den Fingern kneipen. Einen Verbrecher mit glühenden Zangen zwicken. Einen Nagel abzwicken, ihn mit der Zange abkneipen; ihn auszwicken, mit der Zange ausziehen. 2. Figürlich, einen Schmerz verursachen, welcher dem obigen Zwicken nahe kommt. So sagt man, es zwickt mich im Leibe, wenn man einen solchen Schmerz in den Gedärmen empfindet, wofür auch kneipen üblich ist. 3. In manchen Fällen ist es so viel als kurz und geschwinde drucken. So zwickt der Kupferdrucker kleine Platten, wenn er sie ein Paar Mahl schnell durch die Walze gehen läßt. 4. In einigen Fällen scheint der Begriff der Spitze der herrschende zu seyn. So ist das Leder aufzwicken bey manchen Handwerkern, es mit Zwecken auf etwas befestigen, für aufzwecken. So auch das Zwicken. Anm. Im Nieders. twicken und zwicken, im Angels, twiccan, im Engl. to twitch. Es ist der Form nach ein Intensivum, von einem veralteten zweigen, zwigen, und es kann seyn, daß auch hier, so wie in Zweig, auf die Zahl zwey gesehen worden, indem das Zwicken eigentlich mit zwey Spitzen oder scharfen Flächen geschiehet.
Der Zwickelbart | | Der Zwicker