Zucken
, [
1743-1744] verb. reg. welches auf
gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben,
eine kurze geschwinde Bewegung machen. Zucke nicht! Wenn du zuckest, so u. s.
f. Der Theil, womit diese Bewegung geschiehet, bekommt die Präposition mit; mit
dem Munde, mit den Fingern, mit den Füßen zucken. Daher die Zuckung, plur. die
-en, welches besonders von solchen unwillkührlichen Bewegungen der Theile des
Leibes gebraucht wird, welche Lat. Convulsionen heißen, und welche zu
Verzuckungen werden, wenn sie einen Theil des Leibes entstellen. Zuckungen
bekommen. 2. Als ein Activum, mit einer kurzen geschwinden Bewegung ziehen, in
welcher Gestalt es ehedem üblicher war, als jetzt, und oft für ziehen überhaupt
gebraucht wurde. Der große Strom hat uns hinab gezuckt, Opitz. Der Held hort
den knall, sich tuckhet, und seinen koph an sich zucket, Theuerd. Jetzt sind
dafür ziehen, reißen, u. s. f. üblich, und man gebraucht zucken als ein Activum
nur noch theils von den Achseln, theils von dem Degen, oder Schwerte. Die
Achseln zucken, die Achseln zum Zeichen der Bedenklichkeit, eines geheimen
Mißfallens, des Mitleidens u. s. f. schnell in die Höhe ziehen, welches man in
Oberdeutschland die Achseln schupfen nennet. Das Schwert zucken, den Degen
zucken, zum Schaden thun bewegen.
Das schon gezuckte Schwert Starrt in des Würgers Hand, Wiel.
Daher das Zucken. Anm. Von des Ottfrieds Zeiten an zucken, im
Nieders. tucken. Es ist ein Intensivum von ziehen, welches durch den kurzen Ton
zugleich die Kürze der Bewegung ausdruckt. [
1743-1744]