Das Wamms
, [
1373-1374] des -es, plur. die Wämmser,
Diminutivum Wämmschen, Oberdeutsch Wämmslein, eine kurze Bekleidung des Leibes,
welche man ehedem unter dem Mantel trug, den Leib bis auf die Hüften bedeckt,
und Ärmel und kurze Schöße hat. Seitdem die Französische Tracht in Deutschland
üblich geworden, ist das Wort größten Theils veraltet, und wird nur noch
zuweilen von solchen kurzen. Kleidungen unter dem Volke, besonders bey dem
männlichen Geschlechte gebraucht; dagegen das ehemahlige Wamms in den obern
Classen die Weste, Camisol, und in andern Fällen ein Leibchen genannt wird.
Jemanden Hosen und Wamms ausziehen, figürlich, ihn seines ganzen Vermögens
berauben. Anm. Im Niedersächsischen gleichfalls Wammes, im Holländischen
Wambeis, im mittlern Lateine Wambasium, Gambeso, Bombasium. Es ist noch
ungewiß, ob es von Wamme, Wampe, der Unterleib, abstammet, weil es vornehmlich
diesen bedecket, oder ob es als ein ausländisches Wort von Bombyx, herzuleiten
ist, da es denn eigentlich eine jede baumwollene Kleidung bezeichnen würde. Die
letztere Ableitung hat das mittlere Lateinische Bombasium für sich.