Verbergen
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1181-1182] verb. irreg. act. (
S. Bergen,) vermittelst Erregung eines Hindernisses der
Kenntniß und Wissenschaft anderer zu entziehen suchen. 1. Eigentlich,
vermittelst eines davor befindlichen körperlichen Hindernisses; wofür man im
gemeinen Leben auch verstecken sagt. Sich unter die Treppe verbergen. Sich vor
jemanden verbergen. Ich muß mich vor deinem Angesichte verbergen, 1 Mos. 4, 14.
Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg, Es. 53, 3, durch
Wegwenden oder Bedecken. Ich habe mein Angesicht ein wenig von dir verborgen,
Kap. 54, 8; welche Wortfügung mit von für vor, veraltet ist. Sie verbarg Mosen
drey Monden, 2 Mos. 2, 2. Rahab verbarg die Männer und Bothen, Joh. 2, 4, 16.
Sie nahmen Silber, Gold und Kleider und verborgen (verbargen) es, 2 Kön. 7, 8.
Den Schiefer findet man tief verborgen, Hiob 28, 3. Behemoth liegt im Rohr
verborgen, Kap. 40, 16. Ein verborgener Schatz. Sich an einem Orte verborgen
halten. Der Mond verbirgt sich hinter den Wolken, ist hinter den Wolken
verborgen. 2. In weiterer Bedeutung, auf jede andere Art der Kenntniß, der
Wissenschaft anderer entziehen. Das Geboth ist dir nicht verborgen, 5 Mos. 30,
11. Salomo war nichts verborgen, unbekannt, 2 Chron. 9, 2. Mein Seufzen ist dir
nicht verborgen, Ps. 38, 10. Verzeihe mir die verborgenen Fehler, Ps. 19, 17.
Die Wahrheit, die im Verborgenen lieget, Ps. 51, 8. Verborgene Sachen
offenbaren, Dan. 5, 12. Die verborgene Schreibart. Mein Jammer ist desto
größer, je mehr ich ihn verbergen muß, Weiße. Eine Leidenschaft, eine
Empfindung verbergen. Etwas verborgen halten. 5. In engerer Bedeutung auch
zuweilen für verschweigen, durch nicht sagen der Kenntniß eines andern
entziehen, welches, wenn es auf eine unweise oder unerlaubte Art geschiehet,
verhehlen heißt. Man hat mir das verborgen, hat es mir verschwiegen. Dem Arzte
und Beichtvater muß man nichts verbergen. Ein Mensch, der nichts verbergen
kann. In welcher Bedeutung in einigen Fällen auch bergen üblich ist. Ich kann
ihm das nicht bergen, nicht verschweigen. So auch die Verbergung, von der
Handlung des Verbergens. Aber für ein Ding, welches ein anderes verbirget, wie
Es. 4, 6: der Herr wird eine Verbergung seyn vor dem Wetter und Regen, ist es
ungewöhnlich.
S. auch Verborgenheit, von dem Mittelworte verborgen.
Anm. Schon bey dem Ottfried und Notker ferbergen; indessen wurde das einfache
bergen ehedem häufig in eben diesem Verstande gebraucht, so wie man noch jetzt
sagt, er kann den Schalk nicht bergen; chiborgonun hort, ein verborgener
Schatz, im Isidor. Es scheinet daraus zugleich zu erhellen, daß ver hier bloß
eine intensive Bedeutung hat, obgleich auch die vierte Bedeutung desselben hier
Statt finden kann. Ehedem hatte man noch ein anderes gleich bedeutendes Wort,
welches aber jetzt veraltet ist, und verbaren lautete. Dieses ist der Gegensatz
von offenbaren, und von baren, sichtbar, bekannt machen, abgeleitet. Die
Niedersachsen sagen für verbergen verhüden.
S. Bergen, ingleichen Verhehlen.
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1183-1184]