Urian
, [
1151-1152] ein in den gemeinen
Sprecharten als ein eigenthümlicher Nahme übliches Wort, welches man mit dem
Ehrenworte Herr, als eine Art eines scherzhaften Schimpfwortes, von einem Manne
gebraucht, vor welchem man wenig Achtung an den Tag legen will, besonders, wenn
man seiner in einem Falle gedenkt, wo man ihn nicht erwartete. Als wir uns am
besten über ihn lustig machten, trat Herr Urian herein, der, über welchen wir
spotteten. Jetzt erblickte ich den Herrn Urian, den ich suchte. Mein Herr Urian
ist noch nicht da. Das Wort, welches auch im Niederdeutschen gangbar ist, ist
von unbekannter Bedeutung und Abkunft. Des ehemahligen Bremischen Archivarii
Post Ableitung, der es, dem Bremisch-Nieders. Wörterbuche zu Folge, von Urbahn,
genitale viri, ableitete, ist so gezwungen als möglich, und noch dazu
unanständig. Allem Ansehen nach ist es ursprünglich ein eigenthümlicher Nahme
eines Mannes gewesen, der sich irgend etwa durch eine possierlich-verächtliche
Handlung verewigt hat; dergleichen Nahmen in den gemeinen Sprecharten sehr
viele vorkommen. Denn an den Urias der Bibel ist wohl nicht zu gedenken.