2. Der Seckel
, [
3-4] des -s, plur. ut nom. sing.
ein vorzüglich im Oberdeutschen übliches Wort, welches einen Beutel eine
Tasche, und besonders einen Geldbeutel bedeutet. Das Geld in den Seckel
stecken, in die Tasche, in den Geldbeutel. Geld im Seckel haben, Sir. 18, 33.
Seckel, die nicht veralten, Luc. 12, 33. Figürlich wird es daher so wie Casse,
Kasten, u. s. f. auch häufig für den öffentlichen Schatz, den Fiscus,
gebraucht, besonders in den Zusammensetzungen Seckelamt, das Schatzamt, die
Kämmerey, Seckelmeister u. s. f. Anm. Bey dem Ottfried Sekil, Sechil, im Tatian
Sekila, sowohl für Sack überhaupt, als auch in der Bedeutung eines kleinen
Sackes oder Beutels, womit auch das Lateinische Sacculus überein kommt. Es
scheinet nicht, daß es ein Diminut. von Sack ist, weil es sonst ungewissen
Geschlechtes seyn müßte; es scheint vielmehr von der ältesten Bedeutung des
Wortes Sack, ein hohler Raum, und der Ableitungssylbe -el gebildet zu seyn, ein
Ding, welches einen hohlen Raum hat. Indessen würde auch in diesem Falle die
Schreibart Sackel die richtigste seyn, um die Verwandtschaft mit Sack zu
zeigen. Allein ganz Oberdeutschland schreibt einmahl Seckel.
[
5-6]