Der Schnitzer
, [
1607-1608] des -s, plur. ut nom. sing. 1)
Derjenige, welcher schnitzt. Der Bildschnitzer ist daher derjenige Künstler,
welche erhabene Figuren aus Holz schnitzet, wohin auch der Bildhauer gehöret.
2) Ein Werkzeug zum Schnitzen. So ist der Schnitzer der Tischler ein Messer mit
einem langen Hefte, welcher auf die Achsel gelegt wird, Vertiefungen damit
auszuschneiden. Der Schleißenschnitzer ist ein eigenes Messer, die Schleißen
damit zu schneiden. Der Schnitzer der Kammmacher ist ein gekrümmtes Messer, das
Horn damit zu beschaben. In welchen Fällen schnitzen noch die weitere Bedeutung
für oft und viel schneiden überhaupt zu haben scheinet. 3) Ein Schnitt, welchen
Sinn die Endsylbe -er gar oft hat. In dieser Bedeutung ist es zwar im
eigentlichen Verstande nicht üblich, wird aber doch noch im figürlichen
gebraucht, ein Fehler, am häufigsten wider die Sprachkunst, eigentlich ein
fehlerhafter Schnitt. Ein Donat-Schnitzer, ein Fehler wider die Lateinische
Grammatik, ein Sprachschnitzer, ein Fehler wider die Sprachkunst. Einen
Schnitzer machen. Die ähnlichen Pock, Pudel, schlägeln, gründen sich auf
ähnliche Figuren. [
1607-1608]