Der Scherwenzel
, [
1427-1428] des -s, plur. ut nom. sing. in
einem noch auf dem Lande in Deutschland, Pohlen, Schlesien, Böhmen u. s. f.
üblichen Kartenspiele, der Untere in allen Farben, welcher zu sehr vielerley
Verrichtungen gebraucht wird, daher auch das ganze Spiel Scherwenzel, und
dasselbe spielen scherwenzeln heißt. Die ähnlichen Spiele Trischak, und auf dem
Lande in Sachsen Grobhäuser, sind noch davon verschieden. Auch ein geschäftiger
und zugleich willfähriger Mensch, welcher sich zu allem gebrauchen läßt, wird
im gemeinen Leben häufig ein Scherwenzel genannt, daher auch eine Arzeney, oder
ein jedes anderes Ding, dessen man sich aus Gewohnheit in mehrern verschiedenen
Fällen bedienet, diesen Nahmen führet. Die letzte Hälfte dieses in allen
Wörterbüchern übergangenen, obgleich sehr bekannten Wortes, scheinet der
eigenthümliche Nahme Wenzel zu seyn, oder auch von wenden in der weitern
Bedeutung herzustammen. Die erste Hälfte gehöret unstreitig zu Schar in
Scharwerk, oder zu scheren, in der ersten veralteten Bedeutung der schnellen
Bewegung, indem man unter Scherwenzel doch eigentlich eine ausrichtige,
geschäftige Person verstehet, welche sich in allen vorkommenden Fällen zu
wenden und zu drehen weiß.
S. Wenzel.