Der Saft
, [
1243-1244] des -es, plur. doch nur von
mehrern Arten, die Säfte, Diminut. welches doch nur in der zweyten Bedeutung
üblich ist, das Säftchen, Oberd. Säftlein. 1) Die in einem Körper befindliche
und mit dessen festern Theilen vermengte Feuchtigkeit. Ein Apfel, eine Birn hat
vielen Saft, wenn sie viele solche Feuchtigkeit enthalten. Der Braten hat weder
Saft noch Kraft. Den Saft aus etwas drücken, saugen oder pressen. Im Frühlinge,
wenn der Saft in die Bäume tritt. Die Bäume stehen in vollem Safte. Der
Birkensaft, Rebensaft u. s. f. Der Nahrungssaft, Lebenssaft. Wenn alle Säfte in
dem menschlichen Körper verdorben sind, alle flüssigen Theile. Ohne seine
Flüchtigkeit würde der Überfluß seiner Säfte die Gliedmaßen des Körpers für die
Befehle der Seele ungelenkig werden lassen, Gell. Verblühete Wangen, welche nur
durch reinere Säfte wieder erfrischet werden können. 2) In engerer Bedeutung
werden gewisse dickliche flüssige Körper, besonders die in den Apotheken bis zu
einer gewissen Dicke eingesottenen flüssigen Körper, Säfte genannt, da man denn
auch wohl das Diminut. Säftchen gebraucht. Mohnsaft, Hohlundersaft,
Wachholdersaft, Möhrensaft u. s. f. Auch die dicklichen in der Erde
befindlichen flüssigen Körper, z. B. Steinöhl, Bergtheer u. s. f. heißen bey
einigen auch nach ihrer Erhärtung Erd- oder Bersäfte. Anm. Im Nieders. Sapp, im
Angels. Seaw, Saepe, im Engl. Sap, im Franz. Seve, im Latein. Sapa, Baumsaft,
im Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - ohne
Zischlaut,
S. S 3. Das Stammwort ist das noch im Niederdeutschen
übliche siepen, langsam und tropfenweise fließen wovon das Nieders. sappen, den
Saft gehen lassen, das Intensivum ist. Das Nieders. Sabbe, der Geister, und
unser Suppe gehören gleichfalls dahin. Mit einem andern Endlaute ist auch das
Latein. Succus, und Pohln. Sok, der Saft, damit verwandt, welche zunächst von
saugen und siegen abstammen.