Das Paternoster
, [
669-670] des -s, plur. ut nom. sing.
ein aus den beyden ersten Worten des Lat. Vater unser, Pater noster, zusammen
gezogenes und besonders in der Römischen Kirche übliches Wort. 1) Das Vater
unser, das Gebeth des Herren. ein Pater noster bethen. 2) Jede zehnte große
Kugel in dem Rosenkranze, bey welcher das Vater unser gebethet wird, dagegen
bey den kleinen Zwischenkugeln nur das Ave Maria gesprochen wird; daher denn,
3) auch der Rosenkranz selbst das Paternoster heißt, in Baiern der Bether. 4)
Figürlich führen noch verschiedene Dinge wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem
Rosenkranze den Nahmen des Paternosters. Dergleichen sind verschiedene an eine
Schnur gereihete Arten des Geschmeides, Geldstücke u. s. f. welche man den
Kindern um den Hals zu hängen pfleget, und welche an einigen Orten auch das
andere Geschlecht zur Zierde trägt. Auch eine geringere Art des aus Preußen,
Curland und Liefland zu uns gebrachten Flachses führet den Nahmen Paternoster
oder Paternoster-Flachs, vielleicht weil er zuweilen mit gedreheten Knocken
untermischt ist. [
671-672]