Die Nabe
, [
353-354] plur. die -n, der hohle in der
äußern Mitte erhabene Cylinder in einem Rade, welcher um die Achse läuft, und
in dessen äußerm Umfange die Speichen befestiget werden; in einigen Gegenden
der Nabel. In engerer Bedeutung wird nur der vordere Theil dieses Cylinders die
Nabe genannt, da denn der mittlere erhabene Theil der Bock, und der hintere der
Stoß heißt. Es scheinet, daß dieses Wort auch in dem Teich- und Wasserbaue
einiger Gegenden eine Art Röhren bedeute; denn in einer gewissen
Obersächsischen Schrift wurde der anstatt der Naben eingelegten einbohrigen
Röhren, das Wasser in den Fischhalter zu leiten, gedacht. Anm. Im Nieders. Nave
und Navel, im Angels. Naf, im Engl. und Holländ. Nave, im Schwed. Naf. Es ist
ein altes Wort von einem zahlreichen Geschlechte, welches überhaupt den Begriff
des Hohlen hat, und wozu außer dem folgenden Nabel und Näber, unser Napf, das
Lat. Navis, und mit veränderten Endlauten, auch Nache, Nuß u. s. f. gehören.
Schon im Hebräischen bedeutet -
hier nichtlateinischer Text, siehe
Image - etwas Hohles, Durchbohrtes. Da alle Wörter, welche eine Höhlung,
Vertiefung bedeuten, auch zugleich eine Erhöhung bezeichnen, so gehören auch
das alte Nabe, jetzt Schnabel, mit ihren Verwandten hierher, und es kann seyn,
daß in der engern Bedeutung des vordersten Theiles der Nabe der Begriff der
Hervorragung der herrschende ist. Im mittlern Lat. heißt die Nabe auch
Modiolus, Franz. Mojeu, entweder eben so von Modius, 1 Muth, ein hohler Raum,
oder von medius, Mitte.