Die Lehde
Die Lehde,
[
1973-1974] plur. die -n, in der
Landwirthschaft, ein wüstes ungebauetes Stück Landes, welches keinen Nutzen
bringet; zum Unterschiede so wohl von einem Acker, als auch von einer Wiese.
Lehden aufreißen und tragbar machen. Von den beackerten Feldern etwas zur
Schafhüthung als Lehde liegen lassen. Auch Äcker, welche man unbesäet liegen
lässet, Brachäcker, werden in einigen Gegenden Lehden genannt, welche in
einigen Gegenden Meißens vollständiger Ledigen heißen. Anm. Im gemeinen Leben,
wo es auch zuweilen Laite lautet, wird das e in der ersten Sylbe bald hell,
bald dunkel gesprochen, und von vielen auch Leede, Läde geschrieben. Im
mittlern Lat. lautet es Leda und Lauda. Im Schwed. ist lät ungebauet, und im
Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - ein ungebauetes
Land. Man hat von diesem Worte allerley seltsame Abstammungen angegeben; allein
wer siehet nicht, daß es zu ledig und dessen ganzem Geschlechte gehöret? daher
man es auch Lede schreiben könnte, (siehe Ledig.) Es ist sehr wahrscheinlich,
daß Land, in der Bedeutung einer ungebaueten Gegend, durch Einschiebung des n
nieselnder Mundarten aus diesem Lehde gebildet worden. Siehe Land 3. 4).