Der Kürschner
Der Kürschner,
[
1843-1844] des -s, plur. ut nom. sing.
Fämin. die Kürschnerinn, ein Handwerker, welcher die Thierfelle zur
menschlichen Kleidung geschickt macht, und verarbeitet. Daher das
Kürschnerhandwerk, die Kürschnerwaare, der Kürschnerladen u. s. f. Bey den
Tischlern wird derjenige Fehler, wenn das Furnier nicht gehörig auf dem
Blindholze auflieget, aus einer unbekannten Ursache ein Kürschner genannt. Anm.
Im Niedersächsischen Körsner. Es stammet, vermittelst der männlichen
Ableitungssylbe -er, von dem veralteten Worte Kursen her, welches einen Pelz,
ein Pelzfutter bedeutete, im mittlern Lateine Crusina, Crosina lautete, und in
den mittlern Zeiten häufig vorkommt, wovon Frisch verschiedene Beyspiele
gesammelt hat. Als Kursener, oder Kürsener, wie dieses Wort mehrmahls
geschrieben wird, hat eine zischendere Mundart unser heutiges Kürschner
gebildet. Auf ähnliche Art heißt ein Kürschner in Niedersachsen Pelzer, Püster,
Pelnesser, Franz. Pelletier, von Pelz, Buntfoderer, von Buntfoder, welches
ehedem Grauwerk bedeutete, und in einigen Oberdeutschen Gegenden Grauwerker.
Das veraltete Kursen gehöret mit Corium und vielleicht auch mit unserm Haar zu
denjenigen Wörtern, welche eigentlich eine Decke, eine Bedeckung bedeuten. Bey
den Krainerischen Wenden bedeutet Kersna noch jetzt Leder.
[
1845-1846]