Kriebeln
Kriebeln,
[
1781-1782] verb. reg. neutr. welches das
Hülfswort haben erfordert. 1) Von vielen an einem Orte befindlichen kriechenden
Geschöpfen sagt man, es kriebelt von Mauerasseln, Käfern, Würmern, u. s. f. Im
Nieders. kribbeln, krimmeln, kremeln. 2) Mit den Spitzen der Finger gelinde
krauen, so daß dadurch ein Jacken erreget werde. Jemanden kriebeln. Grabbeln
drückt schon eine stärkere Berührung aus. 3) Eine juckende Bewegung empfinden,
als wenn man gekriebelt würde, oder als wenn sich kriechende Insecten in dem
Gliede befänden; als ein Impersonale. Es kriebelt mich in der Nase. Ein
Kriebeln empfinden. (
S. das vorige.) 4). Figürlich. Das kriebelt ihn im
Kopfe, bringt ihn auf, reißet ihn zum Unwillen. Daher Kriebelkopf oder
Kribbelkopf in Niedersachsen einen jähzornigen Menschen bedeutet, der leicht
zum Zorne zu reißen ist. Im Nieders. in allen Bedeutungen kribbeln. Es ist das
Diminut. so wohl von greifen, Nieders. gripen, als kriechen, Nieders. krupen,
Engl. to crawl, welche Zeitwörter sehr nahe verwandt sind.