Krämen
Krämen,
[
1745-1746] verb. reg. neutr. welches das
Hülfswort haben erfordert. 1) Eigentlich, bewegliche Dinge mit einem gewissen
Geräusche hin und wieder setzen. Bey den Büchern kramen, sie von einer Stelle
auf die andere setzen. Im Hause herum kramen. Einkramen, ordentlich hinein
setzen oder stellen. Auskramen, von einander setzen oder stellen, ingleichen
hinaus, aus einem Orte stellen. Die Waaren ein- und auskramen. Er muß immer
etwas zu kramen haben, in Ordnung zu stellen. 2) Figürlich, im Kleinen,
ingleichen mit geringen Waaren handeln. Der Markt lehrt kramen. Anm. In der
letzten Bedeutung im Böhm. kramariti. Die Wortforscher haben sich über dieses
Wort nicht vergleichen können. Alle haben die zweyte Bedeutung für die erste,
und die erste, die doch den wenigsten bekannt gewesen ist, für eine Figur
derselben gehalten. In diesem Vorurtheile leitet Wachter das Wort Kram von
Mark, der Handel, her, Haltaus eben so gezwungen vom Ram, der Rand, Frisch von
dem Ital. comprare, kaufen, anderer zu geschweigen. Allein, es ist wohl gewiß,
daß die Bedeutung des Hin- und Wiederstellens die erste in diesem Worte ist,
und da scheinet es ein natürlicher Ausdruck des damit verbundenen Geräusches zu
seyn, und zu dem Geschlechte der Wörter klampen, klämpern, klimpern, räumen, zu
gehören. Auf ähnliche Art stammet Handel von handen, hantiren, her. Im
Oberdeutschen heißt ein Krämer auch Grempe, Grämpel. Grämpler, der Kram der
Grämpel, und im Kleinen handeln grämpeln.