Der Koth
Der Koth,
[
1733-1734] des -es, plur. inus. eine jede
flüssige oder flüssig gewesene Unreinigkeit, welche in der niedrigen Sprechart
Dreck genannt wird. Sich mit Koth besudeln. Den Koth abwaschen. Besonders, 1)
mit Wasser befeuchtete oder flüssig gemachte Erde, besonders so fern sie sich
auf den Straßen oder Wegen befindet; im Nieders. Modder, im Liefländ. Mott, im
Dithmars. Kley. Der Koth hängt sich an die Räder. Man kann vor Koth auf der
Straße nicht fort. Die Sonne schmelzt das Wachs und trocknet den Koth. Die
Sonne beschmutzet ihre Strahlen nicht, wenn sie gleich auf den Koth fallen. Es
liegt überall tiefer Koth. Jemanden aus dem Kothe ziehen, figürlich, ihn aus
dem niedrigsten Stande erheben. Das Glück ziehet aus dem Kothe, welche es will.
2) Die natürlichen Excremente der Menschen und Thiere; bey den Jägern die
Losung, die Lösung, das Gelos, Gebahn, im gemeinen Leben Dreck. Menschenkoth,
Taubenkoth, Pferdekoth, Schweinskoth u. s. f. Harter zusammen gedrungener Koth
mancher Thiere, z. B. der Mäuse und Schafe, wird in Niedersachsen Köthel,
Kottel genannt, welches aber zu einem andern Stamme zu gehören scheinet, von
kat, kot, rund, erhaben, und el, ein Ding,
S. 7. Katze; oder von kat, kot, hart, S. 6. Katze. Anm.
Im Oberdeutschen das Koth oder Kott, wo auch Koder Schleim, flüssige
Unreinigkeit ist, im Nieders. Kath und Gaut, im mittlern Lat. Goetus, im
Griech. bey dem Hesychius -
hier nichtlateinischer Text, siehe
Image - . Wen dieses Wort im Holländischen und Ostfriesischen Quad, Quod
lautet, so leitet man es gemeiniglich von quad, böse, her; wo nicht vielmehr
dieses von jenem abstammet,
S. dasselbe. Der Begriff der dicken Flüssigkeit, des
Schlammes, scheint in diesem Worte der herrschende zu seyn. Eine Wunde heißt
unterköthig, wenn sie im Innern Eiter setzet. (
S. Kothig.) Sonst bedeutete auch Hor und Gor den Koth,
S. Garstig und Hornung.