1. Der Kopf
1. Der Kopf,
[
1709-1710] des -es, plur. die Köpfe,
Diminut. das Köpfchen, Oberd. Köpflein, ein Wort, welches überhaupt, ein
vertieftes Gefäß bedeutet, aber nur noch in einigen Fällen üblich ist. 1) Die
Ober-Tasse wird in Ober- und Niederdeutschland ein Köpfchen genannt. Das
Kaffehköpfchen, die Ober-Tasse einer Theeschale. Das Kaffehköpfchen. Nieders.
Kopjen, Kopken, Holländ. Kop, welche auch überhaupt von einer kleinen tiefen
Schüssel, von einem Näpfchen gebraucht werden. 2) Die Köpfe, Schröpfköpfe oder
Laßköpfe der Bader sind kleine cylindrische Gefäße von Glas oder Messing,
welche man über dem Licht erwärmet, um die Luft in denselben auszudehnen,
worauf man sie geschwinde über die Stelle deckt, wo man die Haut eingehacket
hat, da sie denn das Blut an sich ziehen. Köpfe setzen, schröpfen. Sich Köpfe
setzen lassen. Nieders. Kopp, Engl. Cup, im mittlern Lat. Cufa, Cuphia, Scupha,
im mittlern Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - . Im
Schwedischen ist koppa Köpfe setzen, und im Niedersächsischen Koppfetter ein
Bader. 3) Ein Becher; in welcher Bedeutung es nur in einigen Oberdeutschen
Gegenden üblich ist. Darnach soll der König in Peheim uff einen Pferd kommen,
und soll kriegen ein silbern Kopf von zwölf Mark Silbers mit Wyn, in der
goldnen Bulle. Da ist ein Hafen, da ist ein güldin Kof edler dann der Hafen.
Der Kopf ist us Gold gemacht u. s. f. Kaisersberg bey dem Frisch. Am häufigsten
ist es noch so wohl im Ober- als Nieder-Deutschen von einem gewissen Maße so
wohl flüssiger als trockner Dinge, welches aber nicht überall von gleichem
Gehalt ist. Es lautet als alsdann in einigen Gegenden auch Köpf und Küpf. In
Zürch hält ein Kopf flüssiger Dinge 2 Maß, 4 Quärtle und 8 Stotzen; 8 Köpfe
aber machen ein Viertel und 32 einen Eimer. In Österreich hat 1 Köpf 2/5
Seidel, und 1 2/3 Köpfe machen daselbst ein Maß. In Regensburg hält ein Köpf
zwey Seidel. In Aachen, Basel und Holland ist es ein Maß trockner Dinge. In
Aachen machen 4 Köpfe ein Faß, und 24 Köpfe ein Malter Getreide. In Basel hält
ein Küpflein zwey Becher; 4 Küpflein aber machen einen Scheffel oder eine
Müdde, 32 aber einen Sack Getreide. In Holland gehen 32 Kopf auf einen
Scheffel. Anm. In der Bedeutung eines Bechers oder Trinkgeschirres schon in dem
alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter Koffe, im Schwed. Kopp
und Kappe, im Ital. Coppa, im Franz. Couppe, im mittlern Lat. Cupa, Cupellus,
im Perf. Cub, Cobba, im Dalmat und Hungar Kuppa, im Wallis. Cup, im Griech. bey
dem Hesych. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - . Man siehet
hieraus, wie alt dieses Wort ist, welches mit dem Lat. Scyphus zu dem
zahlreichen Geschlechte dieser Wörter gehöret, welche einen hohlen Raum
bedeuten. (
S. Kaue, Koben, Koffer, Kappe, Kufe, Hafen u. s. f.)
Durch Vorsetzung des Zischlautes ist daraus das Oberdeutsche Schoppen gebildet.
S. auch das folgende.