Münchener DigitalisierungsZentrum - Digitale BibliothekBSB - Bayerische Staatsbibliothek

Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Die Hocke | | Das Hockenblatt

Hocken

Hocken, [1231-1232] verb. reg. welches auf doppelter Art gebraucht wird. 1. Als ein Activum. 1) Die Garben in Hocken setzen, S. das vorige. 2) Jemanden hocken, ihn auf den Rücken nehmen, wo doch das zusammen gesetzte aufhocken üblicher ist. In Baiern hügeln. Von Hock, so fern es den Rücken bedeutet. 2. Als ein Neutrum, welches das Hülfswort haben erfordert. 1) Sich auf den Rücken eines andern setzen, auf dem Rücken eines andern sitzen; gleichfalls von Hock, so fern es noch an einigen Orten den Rücken bedeutet. Sie hocken auf einander wie die Kaninchen. Der Proiectmacher Phönix bringt in einer Stunde mehr Fündlein auf das Tapet, als Mordbrenner in dem Trojanischen Pferde auf einander hockten. 2) Sich auf die Fersen niederlassen, und dadurch gleichsam einen Haufen vorstellen, von Hock, ein Haufe; im gemeinen Leben auch hucken. (a) Eigentlich. Vor der Thür hocken. Die Henne hockt über den Eiern. ( S. Niederhocken,) Im Oberdeutschen auch hauchen, kauchen, kauern, hauern, huren, im Nieders. huken, hurken, im Schwed. huka, im Dän. huge. Ein niedriger Stuhl, Franz. Tabouret, heißt daher in Meklenburg ein Huker. (b) Figürlich, im gemeinen Leben, müßig an einem und eben demselben Orte die Zeit zubringen. Was hocken wir hier lange? Die Belagerer haben lange genug vor dieser Stadt gehockt. Willst du immer zu Hause hocken? Wofür in Obersachsen auch hecken üblich ist. S. 2. Hecken.
Die Hocke | | Das Hockenblatt