2. Das Heu
2. Das Heu,
[
1157-1158] des -es, plur. inus. in
weiterer Bedeutung, alles abgehauene und gedörrete Gras, besonders so fern es
zum Futter für das Vieh bestimmet ist. Heu machen, Heu gewinnen, in der
Landwirthschaft, es zubereiten, und dadurch als sein Eigenthum bekommen,
S. Heugewinn. In engerer Bedeutung führet nur das erste
Heu, welches von den zweymähdigen Wiesen gewonnen, und auch altes Heu genannt
wird, diesen Nahmen, im Gegensatze des Grummetes. In dem Pflanzenreiche kommt
dieses Wort auch in den Nahmen verschiedener Pflanzen vor. So wird das
Johanniskraut, Hypericum L. auch hartes Heu oder Hartheu genannt. Etwa weil es
auf den Wiesen wächset, und ein hartes Heu gibt? Das Bockshorn, Trigonella
Foenum Graecum L. ist unter dem Nahmen des Griechischen Heues bekannt; in
Niedersachsen nennet man es mit einem aus dem Latein. verstümmelten Nahmen fine
Margrete. Anm. Bey dem Ulphilas Hawi, bey dem Notker Hauue, im Schwabensp.
Hoeuu, in den Monseeischen Glossen Houo, im Nieders. Hau, im Osnabrück. Hög,
Häg, im Holländ. Hoy, im Angels. Hieg, Hig, im Engl. Hay, im Dän. Hoe, Heu, und
Haa, Grummet, im Schwed. Hö, im Isländ. Hei, im Finnischen Heinae. Casanbonus
leitet es von dem Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe
Image - , Gras, Frisch von hägen, schonen, geschontes Gras, Wachter und die
meisten übrigen von hauen, im Alemann. houuen, ab; welche Ableitung dadurch
wahrscheinlich wird, weil man das Gras niemahls eher Heu zu nennen pfleget, als
bis es bereits abgehauen ist, wenn es gleich noch nicht trocken ist.
S. Heuen.