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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Die Fröhlichkeit | | * Frohn

Frohlocken

Frohlocken, [315-316] verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben zu sich nimmt, eine hohen Grad der Freude so wohl durch die Stimme, als auch durch die Geberden an den Tag legen. Da das alles Volk sahe, frohlocken sie uns fielen aus ihr Antlitz, 3 Mos. 9, 24. Mit ihnen wallen zum Haus Gottes mit Frohlocken und Danken, Ps. 42, 5. Über eines andern Unglück frohlocken. Im Oberdeutschen auch mit der zweyten Endung: Meiner Pein frohlocken, Schleg. welches doch im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Wohl aber läßt sich in der höhern Schreibart die dritte Endung der Person gebrauchen. Frohlocket dem Herren, Ps. 95, 1.
Wie frohlock' ich diesem Tage! Gieseke.
Anm. Ich habe dieses Wort, welches im Holländ. vrolocken lautet, in dem 1514 zu Mainz gedruckten Deutschen Livius zuerst gefunden, wo es frohlocken heißt. Die letzte Hälfte ist noch nicht völlig deutlich. Frisch muthmaßet nicht unwahrscheinlich, daß selbige das veraltete läcken, springen, sey, so daß frohlocken eigentlich vor Freude springen, exultare, bedeutete. Schon bey dem Ulphilas ist laikan so viel als exultare.
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