Die Flanke
Die Flanke,
[
185-186] plur. die -n, die Seite eines
Thieres oder Dinges, besonders in folgenden Fällen. 1) Die Seiten des Bauches
an vierfüßigen Thieren, die Dünnung, und bey den Jägern die Flähme. Daher das
Flankenschlagen, eine gewaltsame Bewegung in den Seiten der Thiere; welche
gemeiniglich ein Vorbothe des nahen Todes derselben ist. 2) In dem
Kriegeswesen, die Seitenfläche eines Haufens Soldaten. Die Flanken bedecken.
Dem Feinde in die Flanke fallen. Die rechte Flanke stützte, sich an einem
Berge. 3) Im Festungsbaue ist die Flanke eines Vollwerkes die Linie, welche die
Faße des Vollwerkes mit der Courtine verbindet; die Streichlinie. 4) In der
Wapenkunst, die Seite eines Andreas-Kreuzes. 5) In Nieders. wo dieses Wort auch
Flunke lautet, ein Flügel, Fittig, daher die Ankerarme in dieser Mundart auch
Flanken oder Flunken heißen. Anm. Ungeachtet wir dieses Wort, wenigstens in den
doch mittelsten Bedeutungen, aus dem Franz. Flanque entlehnet haben, so ist es
doch ein ursprünglich Deutsches Wort, welches durch den voran gesetzten
Blaselaut aus dem schon bey dem Raban Maurus befindlichen Lancha, die Seite,
gebildet worden. Im Nieders. bedeutet Lanke noch jetzt die Seite, besonders die
Seite des Bauches.