Derjenige
, diejenige, dasjenige, pronom. demonstrativo-relativum, welches
auf folgende Art decliniret wird.Singul. Plur.Nom. Derjenige, diejenige,
dasjenige. Diejenigen.Gen. Desjenigen, derjenigen, desjenigen. Derjenigen.Dat.
Demjenigen, derjenigen, demjenigen. Denjenigen.Acc. Denjenigen, diejenige,
dasjenige. DiejenigenDieses Pronom zeiget einen gewissen Gegenstand an, von
welchem in dem Prädicate etwas gesaget wird; daher es nicht nur die
Relativa, welcher, der, oder so nach sich hat, sondern sich auch gewisser
Maßen auf selbige beziehet. Derjenige Mensch, von welchem ich dir gesagt
habe. Diejenige Tugend ist groß, welche auch in Widerwärtigkeiten die
Probe hält. Du mußt einer von denjenigen werden, welche sich durch
Verdienste hervorthun. Ich verzeihe es denjenigen, welche Schuld daran sind. Es
kann auch zuweilen mit dem Genitive des Hauptwortes verbunden werden.
Diejenigen seiner alten Soldaten, welche u. s. f. Zuweilen wird statt dessen
auch das Vorwort unter gebraucht. Diejenigen unter seinen alten Soldaten,
welche u. s. f. Ein Gallicismus, welcher zuweilen mit diesem Worte begangen
wird, ist bereits bey dem ersten Demonstrativo- [
1463-1464] Relativo, der angezeiget worden. Mit derjenige ist dieser Gallicismus
desto widerwärtiger, da dieses Pronomen alle Mahl ein Relativum nach sich
haben muß.Anm. Die letzte Hälfte dieses Wortes ist das veraltete
Beywort jenig, jemand, einer der Zahl nach, welches von jener abstammet, und
noch zuweilen im Niedersächsischen gehöret wird. Für jenig war
ehedem auch nur jene üblich. Im 14ten Jahrhunderte lautete das Pronomen
der jenige, in Niedersachsen der ghenne, im 16ten Jahrhunderte in Obersachsen
deryene, und noch Opitz sagt mehrmahls der jene und derjene. Der ist in dieser
Zusammensetzung das Demonstrativo-Relativum der nach der verkürzten
Declination, welche hier um so viel nothwendiger ist, da jenig die Stelle eines
Hauptwortes vertritt, die Hauptwörter aber alle Mahl das verkürzte
Fürwort bey sich haben. Die Oberdeutsche Declination im Genit. und Dat.
Plur. dererjenigen und denenjenigen ist also im Hochdeutschen wirklich ein
Fehler. Ein gewisser Sprachlehrer räth, einen Unterschied unter dem
demonstrativen und relativen derjenige zu machen, und das erste verkürzt,
das letzte aber verlängert zu decliniren. Allein er hätte erst
beweisen sollen, daß dieses Pronomen jemahls bloß relative gebraucht
werde. Im Oberdeutschen ist für derjenige auch nur bloß jener, und
für alles dasjenige nur all jenes üblich. Wir aber zu diesem Zwecke
jenes, was hierbey nützlich ist, veranstalten wollen. Ihm in all jenem,
was er vorbringen wird, Glauben beyzumessen. [
1465-1466]