Dereinst
, adv. temp. für einst, künftig, welches
vorzüglich in der edlern und höhern Schreibart üblich ist. Wenn
ich dich dereinst wieder sehe. Wenn er dereinst mein Glück machen wird.
Dein Glück dereinst zu baun, Gell.
O Doris drücke du Mir dort dereinst die Augen weinend zu!
Kleist. Wenn dich dereinst die Sorgen des Thrones Aus meinen Armen ziehn,
Raml.
Anm. Die höhere Schreibart der Hochdeutschen hat dieses
Wort von den Oberdeutschen entlehnet, bey denen es auch dereinsten und
dereinstens lautet. Auch das Adjectiv dereinstig ist für künftig im
Oberdeutschen nicht selten. Dereinst stehet für dareinst, und bezeichnet
eine ungewisse künftige Zeit auf eine schon gewisse Art, so, als wenn man
sie vor sich sehe.
S. Einst. [
1463-1464]