Das Capital
, des -es, plur. die -e, Diminut. das Capitälchen, des -s,
plur. ut nom. sing. aus dem Capitale des mittleren Lateines. 1) Der oberste
Theil einer Sache, So wird in der Baukunst, der oberste Theil eines Säule
das Capital oder auch wohl das Capitäl genannt; Latein. Capitulum,
Capitella, Ital. Capitello. Bey den Buchdruckern sind die Capitale diejenigen
Stege, welche bey Zurichtung einer Form oben, und an den Tiegel geleget werden.
Bey den Buchbindern ist das Capital oder Capitälchen; der Streif
Pergament, oder das Band oben und unten an dem Rücken eines Buches,
welches mit Seide oder Zwirn bestochen wird. 2) Eine Summe Geldes, so fern sie
dazu bestimmt ist, Gewinn zu bringen, im Gegensatze dieses Gewinnes oder der
Interessen; der Hauptstamm, das Hauptgeld, die Hauptsumme, das Hauptgut, der
Hauptstuhl, welche Benennungen ehedem üblich waren, und es zu Theil noch
sind. Daher heißt eine jede Summe Geldes, welche man auf Zinsen ausleihet,
ein Capital Ich will ein Capital aussetzen, wovon sie mit Ehren leben
können. In dieser Bedeutung lautet der Plural gemeiniglich Capitalien.
Viele Capitalien haben, d. i. viel bares Geld ausstehen haben, und in weiterer
Bedeutung, viel bares Geld besitzen. Ein todtes Capital, das Geld das keinen
Gewinn bringt. Auch das Geld, welches in einer Handlung, in einer Fabrik, oder
einem andern Gewerbe steckt, wird ein Capital genannt; alles in Rücksicht
auf den Gewinn, den es bringen soll. In dieser Bedeutung ist das Latein.
Capitale schon lange üblich gewesen. [
1303-1304]