Das Bund
, des -es, plur. die -e, oder Bünde, Diminut. das
Bündchen, Oberdeutsch das Bündlein, (
S. auch Bündel,) mehrere zusammen gebundene Dinge.
Ein Bund Heu, ein Bund Stroh, ein Bund Reiser, oder Reisholz, ein Bund
Schlüssel u. s. f. Siehe auch Gebund. Zuweilen zeigt dieses Wort eine
gewisse bestimmte Zahl zusammen gebundener Sachen an. So ist bey den
Böttchern ein Bund Reife eine Zahl von fünf bis sechs Stücken,
welche auf einem Fasse unmittelbar neben einander zu liegen kommen. Ein Bund
Fensterglas ist der zwanzigste Theil einer Kiste und hält sechs Tafeln. In
Braunschweig hält der Bund Garn zwanzig Löpfe, oder 18 bis 20 000
Haspelfäden. In einigen Gegenden ist es in dieser Bedeutung einer Zahl
auch männlichen Geschlechtes. wenn es in dieser Bedeutung ein Zahlwort vor
sich hat, so bleibt es nach dem Muster so vieler anderer im Plural
unverändert, sechs Bund Stroh, nicht Bunde.Anm. Im Oberdeutschen wird es
in dieser ganzen Bedeutung zusammen gebundener Sachen im männlichen
Geschlechte gebraucht. Der Bund Stroh, Heu u. s. f. Das ungewisse ist nur den
Hochdeutschen eigen, die es von den Niedersachsen angenommen haben.
S. auch Bündel. Ein Bund Stroh heißt in
Obersachsen und Thüringen auch eine Schütte Stroh, und in
Niedersachsen ein Schauf oder Schov Stroh, und wenn es klein ist, eine Klape
Stroh. [
1255-1256]