Der Anlaß
, des -sses, plur. die -lässe, von dem Verbs anlassen, so
wohl dessen Handlung, als auch dasjenige, was angelassen wird, zu bezeichnen.1.
Die Handlung des Anlassens; ohne Plural. Der Anlaß des Wassers. Ingleichen
von anlassen, scheinen, der Anschein. Es hat allen Anlaß dazu, es
läßt sich dazu an.2. Der entfernte Grund zu einer Handlung, wie
Veranlassung. Einem Anlaß zu argwohnen geben. Das wird nur Anlaß zum
Streite geben. Anlaß zu etwas bekommen. Er nahm daher Anlaß zum
Kriege. Sie würden nur einen neuen Anlaß, mich zu verläumden,
daraus nehmen, Less. Noch kein Augenblick ist vergangen, da sie mir nicht
Anlaß zur Bewunderung gegeben haben, Weiße.Anm. Wachter nennt
Anlaß in dieser zweyten Bedeutung mit Recht ein dunkeles Wort. Das Verbum
anlassen ist in dieser Bedeutung nicht üblich, sondern man sagt jetzt
dafür veranlassen. Anlaß für Conpromiß, ingleichen für
Anfang, wie auch [
329-330] für Anlaß, d. i.
Ablaß, Entlassung, ist längst veraltet. Haltaus und Frisch
führen indessen Beyspiele davon an.1. [
331-332]