* Afterreden
, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, hinter eines
Rücken, in seiner Abwesenheit, Böses von ihm reden. Dieses Zeitwort,
dessen sich noch Luther bedienet hat, kommt jetzt fast gar nicht mehr vor, und
wenn es ja noch im theologischen Verstande gebraucht wird, so geschiehet
solches nur absolute, ohne ein Nennwort. Ehedessen aber sagte man so wohl, von
einem afterreden, als auch einem afterreden, z. B. Jac. 4, 11. Afterredet
nicht; wer seinem Bruder afterredet, der afterredet dem Gesetz. So auch 1 Petr.
2, 12.Anm. After ist bey den Verbis eine von denjenigen Partikeln, welche ihre
Stelle vor dem Verbo die ganze Conjugation hindurch unverändert behalten:
ich afterrede, du afterredest, afterredete, aftergeredet. Es bedeutet hier
hinter; afterreden ist also eigentlich, hinter eines Rücken reden, und in
eingeschränkter Bedeutung, Böses in seiner Abwesenheit reden. Dieser
Begriff ist in den Deutschen Mundarten noch auf andere ähnliche Art
ausgedruckt worden; denn das Alemann. hinderreden, und im Substantiv
Hinderrede, (in Scherzii Philos. mor. S. 14,) hintarsprechan und hintarchoson,
ingleichen aftersprechan und afterkosen, das ehemahlige Niedersächs.
backreden, das Dän. bagtale das Schwed. baktala und das heutige Nieders.
bakwaschen von Back, Rücken, ingleichen die Nieders. und Holländ.
Hauptwörter Achterklapp, Bakwort und Bakrede, sagen genau eben das. Ja in
der alten Persischen Sprache soll schon Achterratz so viel als Afterrede
bedeutet haben. [
179-180]