After
, eine ehemahlige Präposition, welche nach bedeutete, jetzt
aber nur noch in der Zusammensetzung mit einigen Verbis, noch mehr aber mit
Substantiven üblich ist. Sie bedeutet alsdann,1. Überhaupt, was der
Zeit, dem Orte und der Ordnung nach auf ein anderes folget, und zwar, a) der
Zeit nach, wie in Aftergeburt, Afterkind, Aftersabbat, Aftersprache, bey den
Handwerkern, Aftermontag, in Oberschwaben, so viel als der Dinstag,
Aftersonntag, ehedem der Montag u. s. f. In einem andern Verstande bedeuten
Aftersonntag, Aftermontag, u. s. f. in den Urkunden des 13ten und der folgenden
Jahrhunderte so viel als den folgenden Sonntag, den folgenden Montag. b) Dem
Orte nach, für hinter, in Afterdarm, Afterleder, Afterstück,
Afterrede, in der figürlichen Bedeutung der übeln Nachrede u. s. f.
c) Der Ordnung nach, wie in Afteranwalt, Afterbelehnung, Afterbürge,
Aftererbe, Afterlehn, u. a. m.2. In figürlicher Bedeutung, was in Ansehung
der Gestalt und des innern Werthes einem andern Dinge gleicher Art nachzusetzen
ist, und zwar, a) in Ansehung der Gestalt, was einem andern Dinge ähnlich
ist, aber sich doch noch merklich von demselben unterscheidet; als Afterkegel,
Afterkugel, Afterblatt, Afterflügel, Afterhorn, Afterkamehl u. s. f. Die
meisten Wörter dieser Art sind neu, und von den Lehrern der
Naturgeschichte zusammen gesetzet worden, solchen Körpern aus dem Thier-
und Pflanzenreiche, welche andern bekannten Thieren und Pflanzen ähnlich
sehen, aber noch keinen bekannten Nahmen hatten, eigene Nahmen zu geben, worin
ihnen die Mathematiker des vorigen Jahrhunderts schonmit ihrem Beyspiele
vorgegangen waren, welche die Benennungen Conoides und Sphaeroides durch
Afterkegel und Afterkugel ausdruckten. b) Was geringer und schlechter ist, als
ein anderes bestimmtes Ding gleicher Art; wie in Afterholz, Afterkorn,
Aftermehl, After-Topas, Afterkönig, Afterpabst, u. s. f. Viele dieser
Wörter haben sich aus den alten Mundarten noch bey den Künstlern und
Handwerkern erhalten. Aber viele haben wir auch den neuen Schriftstellern zu
verdanken; denn in dieser Bedeutung des Unächten lassen sich noch
täglich neue Wörter damit bilden. Dahin gehören, Zachariä's
Afterblitz, die Afterehre, das Afterglück.
So schwärzt sein Afterglück das Laster und die
Schande, Haged.
Die Afterliebe, und hundert andere, welche im folgenden nicht
besonders angeführet werden dürfen. Nur in der ersten eigentlichen
Bedeutung ist es zu neuen Zusammensetzungen ungeschickt, weil der Begriff des
Unächten zu sehr vorsticht; daher Aftergraf, für Vice-Graf,
Afterbürgermeister, ein nachgeordneter oder Stellvertreter, u. s. f. nicht
zu billigen sind. Eben diese Bedeutungen könnten auch bey den Verbis Statt
finden; allein die mit after zusammen gesetzten Verba sind selten, und wir
kennen im Hochdeutschen nur das einzige, aber auch schon veraltete Afterreden;
denn von afterbelehnen ist nur allein das Partic. Pass. ein Afterbelehnter
üblich, und aftersiedeln wird nur noch zuweilen in einigen Gegenden
gehöret. Von der Conjugation dieser Wörter
S. das folgende Afterreden.Anm. After, Alemann. und
Fränk. after, aefter, Goth. aptar, Angels. aeft, Isl. aptur, Schwed.
eftir, Dän. efter, Engl. after, und das Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - , haben mit dem
veralteten Umstandsworte aber, mit dem gleichfalls ungewöhnlichen
Zeitworte äfern, mit dem Umstandsworte oft, und vielleicht auch mit
äbig einerley Stamm, für welchen man die Präposition af oder ab
hält. Affa und aft sollen in Franken, Österreich und Schwaben noch
jetzt hernach bedeuten.
S. Frisch v. Affter und
Ihre v. Eftir. Die Niedersachsen und Holländer
haben dafür achter, doch nur in der Bedeutung des Vorwortes hinter.1.
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