Der Broihan
, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine Art
Weißbier, welche aus Weitzen, gemeiniglich aber mit einem Zusatze von
Gerste gebraucht wird. Broihan brauen, schenken u. s. f. Daher der
Broihanbrauer, die Broihanschenke u. s. f.Anm. Der gemeinen Meinung zu Folge
hat dieses Getränk den Nahmen von einem gewissen Curt Broihan, der aus dem
Dorfe Stöcken bey Hannover gebürtig war, sich aber in Hamburg von dem
Bierbrauen nährete, und nach Hannover verschrieben wurde, um daselbst
Hamburgisches Bier zu brauen, aber dafür 1526 den Broihan erfunden haben
soll. Allein der ehemahlige Gothaische Bibliothekarius Schläger, hat schon
die Muthmaßung gehabt, daß Broihan der alte Nahme des Weitzenbieres
gewesen, und daß Curt Broihan diesen Zunahmen bloß von seiner
Hanthierung nach der Gewohnheit der damahligen Zeiten bekommen. Was diese
Muthmaßung gar sehr bestätiget, ist dieses, daß in den Stellen
der gleichzeitigen Verfasser, mit welchen C. U. Grupen in seinen Orig. et
antiquit. Hanover. die gemeine Meinung beweisen will, der Nahme dieses
Getränkes als ein schon bekannter Nahme angeführet wird. So schreibt
z. B. der Bürgermeister Homeister: Dat erste Bruwe Hannöverischen
Broyhans is düt Jahr 1526 - gebrawet; und Conrad Weck: Anno Christi nati
1526 - hefft Cord Broihan tom ersten undergeboth - Broyhan to bruwende. Der
Broihan war also schon damals ein bekannter Nahme, und mit dem Beysatze
Hannöverischen Broihans, in der ersten Stelle, wird dieses Getränk
sehr deutlich von andern Arten desselben unterschieden. Daß das
Weitzenbier schon in den ältesten Zeiten in Europa bekannt gewesen, ist
eine ausgemachte Sache. Die erste Hälfte des Nahmens Broihan stammet
vermuthlich von brauen her, daher es, wenn dieses Abstammung völlig
erweislich wäre, billig Bräuhan geschrieben werden sollte. Im
gemeinen Leben ist die Aussprache Bruhan die üblichste. Die letzte Sylbe
han ist freylich noch dunkel; aber sie ist es in mehrern Zusammensetzungen. Ja
es stehet dahin, ob das Gerstenbier, welches die Seythen dem Suidas zu Folge -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image -
nannten, nicht mit unserm Broihane, wenigstens dem Nahmen nach, einerley ist.
S. D. E. Barings zwey Abhandlungen von dem Broihane, Hannov. 1750, 1751, wo
aber noch die alte Meinung behauptet wird. [
1203-1204]