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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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* Das Sachs

, [1237-1238] des -es, plur. die -e, eine veraltete, noch in einigen gemeinen Mundarten übliche Benennung eines Messers und jedes schneidenden, stechenden und hauenden Werkzeuges. In dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter Sahs. Im Tatian ist Scribsachs ein Schreibegriffel. Scharsachs war ehedem ein Schermesser, Blutsachs eine Lanzette zum Aderlassen, Schramsachs ein kleiner Degen. Es ist mit sagen, Sech am Pfluge, Sichel, Sense, Nieders. Seiße, bey dem Ottfried Seche, Eines Geschlechtes. Siehe diese Wörter. Es ist eine alte Meinung, daß die Sachsen von ihren langen Messern, deren sie sich bedienet, den Nahmen haben. Wenn dieses Vorgeben einigen Grund haben sollte, so müßte das Wort haben mehr etymologische Veränderungen erlitten haben, als es erlitten hat. Wird man wohl ein Beyspiel anführen können, daß ein Volk ohne alle Veränderungen des Wortes den Nahmen des Dinges bekommen, dessen es sich bedienet? Und die Sachsen sollten seyn Messer genannt worden, weil sie sich langer Messer im Kriege bedienen? Es ist mit der Ableitung der Nahmen ganzer Völkerschaften allemahl sehr mißlich, weil man vorher wissen muß, ob ein Volk sich diesen Nahmen selbst gegeben, oder ob es solchen von seinen Nachbarn bekommt, von welchem Volke es denselben bekommen, und bey was für einer Gelegenheit u. s. f. Indessen ist unter allen Ableitungen diejenige noch die erträglichste, die ihn von Saß ableitet, ( S. dieses Wort.) Übrigens lautet Sachs, wenn es der Volksnahme ist, im Singular mit dem e euphonico, der Sachse, um die gelinde Aussprache des s zu sichern, und im weiblichen Geschlechte die Sächsinn, nicht Sachsinn. Daher das Bey- und Nebenwort Sächsisch, nicht aber Sachsisch, wie die Niederdeutschen sprechen.
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