Zeideln
, [
1671-1672] verb. reg. act. 1. Schneiden
überhaupt; eine im Hochdeutschen veraltete, nur noch hin und wieder in einigen
Gegenden übliche Bedeutung. 2. Im engern Verstande, die Bienenstöcke
beschneiden, d. i. ihnen so viel Honig nehmen, als sie ohne Gefahr zu
verhungern entbehren können. Die Bienen zeideln. Anm. Frisch gibt sich viele
unnöthige Mühe, das Wort Zeidel, in den vorigen und folgenden Zusammensetzungen
von dem Slavon. Wtschel, eine Biene, abzuleiten; eine Ableitung, welche sich
schon durch ihren außerordentlichen Zwang verdächtig macht, und über dieß nicht
einmahl das Verbum zeideln angewandt werden kann, dessen Bedeutung des
Schneidens bestimmt genug ist. Das alte Wort zeideln, welches, von der
Bienenzucht gebraucht, schon in vielen Urkunden von dem zehenten Jahrhunderte
an vorkommt, ist mit dem Lat. caedere, und cidere in den Zusammensetzungen
genau verwandt, und mit demselben aus einer und eben derselben ältern Quelle.
Da das Zeideln oder mäßige Beschneiden oder Ausschneiden der Bienenstöcke eines
der vornehmsten Stücke der Bienenpflege, besonders der Waldpflege der Bienen
ist, so hat gar leicht die ganze Behandlung und Wartung derselben davon benannt
werden können. Diese Ableitung wird zugleich durch das Lat. Mellicida
bestätiget, welches in den mittlern Zeiten häufig genug für Zeidler vorkommt.