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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Die Weitung plur. die -en | | Der Weitzenacker

Der Weitzen

, [1473-1474] des -s, plur. car. der Nahme einer bekannten Getreideart, welche sich besonders durch ihr weißes und feines Mehl auszeichnet, Triticum Linn. Sommerweitzen, Winterweitzen. Polnischer Weitzen, Triticum Polonicum Linn. mit zweyblüthigen Kelchen und Blüthen, welcher auch Gomer und Gümmer genannt wird. Rauher Weitzen, Rauhweitzen, hat an seiner Ähre solche Grannen als die Gerste. Vielähriger Weitzen oder Wunderkorn. Wegen der Ähnlichkeit des Mehles werden auch manche andere Gewächse, besonders in der Zusammensetzung Weitzen genannt, welche sonst keine Ähnlichkeit mit demselben haben. Türkischer Weitzen, Türkisches Korn, oder Mays, Zea Linn. In manchen Gegenden wird auch das Perl- oder Hafergras, Melica ciliata Linn. Türkischer Weitzen genannt. S. auch Buchweitzen, Kuhweitzen. Anm. Das Wort ist sehr alt, und lautet schon bey dem Ulphilas waitis, bey dem Kero, Ottfried u. s. f. Weizze, Hweizzi, Niedersächs. Weten, Angelsächs. Hwaet, Englisch Wheat, Schwed. Hvete; ohne Zweifel von der weißen Farbe. In Niederdeutschland hat man noch ein andres Wort, diese Getreideart zu benennen, nähmlich das Neiders. Tarwe und Holländ. Tarw oder Tarwe.
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