Wälsch
, [
1369-1370] adj. et adv. ein altes, aber
jetzt großen Theils ungangbar gewordenes Wort. 1. Fremd, ausländisch überhaupt,
eine in dem Hochdeutschen Sprachgebrauche veraltete, und nur noch in einigen
Nahmen übliche Bedeutung. Ein wälscher Hahn, eine sehr übliche Benennung einer
Art ausländischer Hühner, (Siehe Calecut und Truthahn.) Auch in Rothwälsch, und
vielleicht auch in Kauderwälsch, hat die letzte Hälfte diese Bedeutung. (Siehe
diese Wörter.) Besonders 2. Französisch, eine gleichfalls veraltete, und nur
noch in einigen Nahmen übliche Bedeutung.
Hierzu nun sollen uns auch ihre Stimmen lehnen. Die welschen
Druides und Indischen Braminen, Opitz.
Die wälsche Schweiz, der Theil, worin Französisch gesprochen
wird. Wälsch Neuburg, Neuf-Chatel, zum Unterschiede von andern Orten, welche
den Nahmen Neuburg führen. Das wälsche Flandern, das Französische. In den
vereinigten Niederlanden heißt die Gemeinde der reformirten Franzosen, daher
die Wallonische Gemeinde. 3. Italiänisch, in welcher Bedeutung es noch in
manchen Oberdeutschen Provinzen gangbar ist, im Hochdeutschen aber wenig mehr
gehöret wird. Die wälsche Sprache, die Italiänische. Wälsch reden, Italiänisch.
Ein Wälscher, eine Wälsche, ein Italiäner, eine Italiänerinn. Die wälsche Nuß,
eine Art ausländischer, ohne Zweifel aus oder über Italien zu uns gekommener
Nüsse, welche im Niederdeutschen Wallnüsse heißen; und so in den Nahmen
wälscher Quendel, wälsche Kirschen, wälscher Kümmel, und hundert andere mehr,
Dinge zu bezeichnen, welche wir zunächst aus oder über Italien erhalten haben.
Ein wälscher Band, bey den Buchbindern, wo der Rücken und die Ecken eines
Buches mit Pergament bekleidet werden. Anm. In uualescun heißt schon im Notker
Lateinisch. Der Zischlaut sch, vollständiger isch, ist die Ableitungssylbe,
daher es hier nur auf die Wurzel wal ankommt, welche in der Ableitung in wäl
übergehet. Das Substantivum Wahl bedeutete ehedem überhaupt einen jeden
Fremden, besonders einen Franzosen und Italiäner, (
S. Wahle) Im Schwedischen ist val, und im
Angelsächsischen weal, gleichfalls fremd. Daß dieses Wahl oder wal mit den
Nahmen Gallien, Gallier, Wallis, Wallachey, u. s. f. verwandt ist, ist wohl
gewiß, aber welches davon das Stammwort ist, oder ob nicht beyde von wallen,
wandern, abstammen, läßt sich nur muthmaßen. Aus dieser Ableitung erhellet
zugleich, daß die Schreibart wälsch, der mit einem e, welsch, vorzuziehen ist.
Die Ungarn haben unser Wahl in Olah verändert, daher heißt ein Italiäner bey
ihnen Olasz.