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Adelung - Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Die Vollkommenheit

, [1235-1236] plur. die -en, von dem vorigen Worte. 1. Als ein Abstractum, und ohne Plural, die Eigenschaft, der Zustand, da ein Ding vollkommen ist, so wohl im absoluten und höchsten Verstande, von Gott, der Zustand, da er alle beysammen mögliche Eigenschaften im höchsten Grade besitzet, als auch im relativen, derjenige Zustand, da ein Ding die zu seiner Absicht oder Bestimmung nöthigen Eigenschaften in dem gehörigen Grade besitzet, oder in der wissenschaftlichen Sprache, die gehörige Übereinstimmung des Mannigfaltigen in einem Dinge. Etwas zur Vollkommenheit bringen. Nach der Vollkommenheit streben. 2. Als ein Concretum mit dem Plural, von einzelnen zur Bestimmung eines Dinges gehörigen Eigenschaften, so fern sie in dem gehörigen Grade vorhanden sind. Die Vollkommenheiten Gottes, im höchsten Verstande, dessen Eigenschaften. An endlichen Dingen nennet man alle zu ihrer Absicht nöthigen Eigenschaften, so fern sie in dem gehörigen Grade vorhanden sind, gleichfalls Vollkommenheiten. Schönheit, Tugend, Bescheidenheit u. s. f. sind Vollkommenheiten des andern Geschlechtes. Viele Vollkommenheiten haben, besitzen.