Unkeusch
, [
873-874] -er, -este, adj. et adv. der
Gegensatz von keusch, doch auch nur noch in dessen engerer Bedeutung, Neigung
und Fertigkeit zum unrechtmäßigen Gebrauch des natürlichen Triebes zum
Beyschlafe besitzend und darin gegründet; dessen höherer Grad unzüchtig ist.
Ein unkeuscher Mensch. Unkeusche Worte, Handlungen u. s. f. welche diese
Gesinnung verrathen. So wie keusch ehedem in weiterm Verstande sittsam, ehrbar,
anständig bedeutete, so war unkeusch in den ältern Zeiten auch unanständig
überhaupt. Ehedem hatte man davon auch das Zeitwort unkeu- schen,
unrechtmäßigen Beyschlaf üben, welches aber, so wie alle mit un zusammen
gesetzte Zeitwörter, veraltet ist. [
873-874]