Die Sehe
, [
21-22] plur. die -n, von dem
folgenden Zeitworte. 1. Das Vermögen zu sehen, das Gesicht, ohne Plural; eine
nur noch im gemeinen Leben übliche Bedeutung. Sie möchten sich, etwa die Sehe
schwächen, wenn sie mich genau ansehen sollten, Gell. 2. Das Werkzeug des
Sehens, d. i. das Auge, auch nur in den niedrigen Sprecharten. Die Jäger nennen
die Augen des Hasen, die Sehen. Im Albanischen ist Siu, das Auge. Bey den
ältesten Oberdeutschen Schriftstellern, als dem Übersetzer des Isidor, dem
Notker, dem Raban Maurus und andern ist Seha, der Augapfel, dagegen bey einigen
Neuern so wohl die krystallene Haut des Auges, als auch der helle glänzende
Fleck im Auge, welchen auch die Mahler ausdrucken, die Sehe heißt.
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23-24]