Schrauben
, [
1645-1646] verb. reg. et irreg. act.
welches im letztern Falle im Imperf. schrob, und im Mittelw. geschroben hat,
die Schraube, d. i. den mit Gewinden versehenen Cylinder, umdrehen, um dadurch
zu drücken. Fester schrauben, lockerer schrauben. Anschrauben, abschrauben,
einschrauben u. s. f. Ingleichen, vermittelst einer Schraube drücken. Fest
zusammen schrauben. Jemanden die Daumen schrauben, eine Art der Tortur.
Figürlich. 1) Jemanden schrauben, oder um sein Geld schrauben, ihn durch List,
durch einen ungegründeten Vorwand um sein Geld bringen. Noch häufiger aber ist
im Hochdeutschen, 2) jemanden schrauben, ihn aufziehen, vexiren, ihm seine
Unvollkommenheiten scherzend vorrücken. So auch das Schrauben. Anm. Im Nieders.
schruven, im Engl. to screw, im Franz. ecrouer, im Schwed. skrufva. Es ist eine
Nachahmung des Lautes, welchen eine Schraube, wenigstens von der ersten rohen
Art, dergleichen dieses Werkzeug bey seiner ersten Erfindung und bey dem
Ursprunge des Wortes im Umdrehen nothwendig von sich geben mußte, da es denn
als ein Intensivum von reiben angesehen werden kann. Die irreguläre Conjugation
ist die älteste, die reguläre aber im Hochdeutschen die üblichste, wenigstens
wird es in den figürlichen Bedeutungen nicht leicht anders als regulär
gebraucht.