Die Schnaupe
, [
1589-1590] plur. die -n, Diminut. das
Schnäupchen, Oberd. Schnäuplein, ein nicht überall gangbares Wort. 1) In
einigen Provinzen wird es für Schnautze gebraucht, von welchem es nur im
Endlaute unterschieden ist, von dem Nieders. Schnau, die Schnautze, abstammet,
und gewisser Maßen ein vergrößerndes Wort von Schnabel ist. Im Hochdeutschen
ist es in dieser eigentlichen Bedeutung unbekannt, wohl aber gebraucht man es
zuweilen im figürlichen Verstande von ähnlichen hervor ragenden Theilen mancher
Körper. Z. B. die Schnaupe an einer Kanne, an einer Lampe, an einem Helme,
wofür man auch wohl Schnautze und Schnabel sagt. Im Oberdeutschen wird auch die
Schneppe, ein weibliches Kleidungsstück, die Schnaupe genannt. Bey den
Uhrmachern sind die Schnaupen eine Art Feilen, deren nähere Beschaffenheit mir
aber unbekannt ist. 2) Der ausgebrannte Docht eines Lichtes, der im
Hochdeutschen die Schnuppe heißt, ist in manchen Gegenden auch unter dem Nahmen
der Schnaupe bekannt,
S. das erstere. Anm. In einigen Gegenden hat man auch
das Zeitwort schnaupen, welches ein Intensivum von schnauben ist, und nicht nur
für schnäutzen, sondern auch figürlich für beschnaufeln gebraucht wird.