Schnappen
, [
1585-1586] verb. reg. neutr. mit dem
Hülfsworte haben, welches eigentlich eine Nachahmung desjenigen eigenthümlichen
Schalles ist, den es bezeichnet. Der Auerhahn schnappt in der Balze, wenn er
mit dem Schnabel diesen Schall hervor bringt, ehe er anfängt zu schleifen.
Besonders begleitet dieser Schall gewisse mit Schnellkraft verbundene
Veränderungen, daher es auch von denselben gebraucht wird. Ein Schloß schnappt,
wenn die Feder den Riegel mit Schnellkraft fortstößt. Daher ein Schloß
abschnappen, es abdrücken. Ein Bret schnappt in die Höhe, wenn es schnell in
die Höhe fähret. Im Oberdeutschen sagt man auch mit den Fingern schnappen, für
krachen mit der Kanne schnappen, für klappern. In engerer Bedeutung druckt es
die schnelle mit diesem Schalle verbundene Öffnung und Schließung des Mundes
aus, etwas mir Geschwindigkeit zu erhaschen. Der Hund schnappt nach den
Fliegen, der Fisch nach der Luft. Daher figürlich, nach etwas schnappen, es
begierig und mit Geschwindigkeit in seine Gewalt zu bekommen suchen.
Was hilft es auch nach Weisheit schnappen, Die oft dem Wirbel
wehe thut? Haged.
So auch das Schnappen. Anm. Im Nieders. snappen, wo es auch
schnell reden, eilfertig plaudern bedeutet, im Schwed. snappa, im Engl. to snap
und ohne Zischlaut auch to nab. Bey dem Hornegk kommen schnaben und schnappen
auch für straucheln, fallen, vor. Im Nieders. ist für schnappen in der engern
Bedeutung auch happen, happsen, Franz. haper, Ital. chiappare, übliche
Schnappen ahmet den Laut genau nach; einen feinern Laut dieser Art druckt man
durch schnippen aus, so wie die Niederdeutschen für einen gröbern die Wörter
Schnupp und schnuppen haben.