Die Schleuse
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1525-1526] plur. die -n. 1) Ein Canal,
welcher mit Fall- oder Flügelthüren verschlossen werden kann, das Wasser darin
nach Gefallen einzuschließen oder abzulassen, dergleichen Schleusen in der
Schifffahrt, in dem Mühlenwesen, bey den Deichen und Dämmen u. s. f. von großem
Nutzen sind. Eine Schleuse öffnen, zumachen. In weiterer Bedeutung werden auch
die verdeckten Canäle unter den Gassen in den Städten, die Unreinigkeiten
abzuführen, an vielen Orten Schleusen genannt; vielleicht weil sie von oben her
verschlossen sind. 2) Bey den Büchsenmachern ist die Schleuse ein Theil der
Ziehbank, und da bestehet sie aus zwey senkrechten eisernen Säulen, zwischen
welchen sich in einer Falze zwey starke Blätter, die Schleusenblätter genannt,
befinden, die ein rundes Loch haben, den Zapfen des Mundrohres, wenn es gezogen
werden soll, aufzunehmen; vielleicht auch, weil sich dieser Theil zur
Festhaltung des Rohres vermittelst eines aufgeschraubten Riegels verschließen
läßt. Bey den Orgelbauern wird auch die Gieß- oder Zinnbrücke die Schleuse
genannt; vermuthlich, weil sie durch zwey bewegliche Querbreter verschlossen
werden kann. Anm. In der ersten Bedeutung im Schwed. Sluss, im Engl. Sluice, im
Pohln. Sloza, im Franz. Ecluse, im Ital. Chiuse, im mittlern Lat. Exclusa,
Inclusura, Conclusio, Sclusa, Clusa; woraus aber nicht folgt, das unser
Schleuse aus dem Lateinischen entlehnet ist, indem es, wie aus den beyden
letztern Bedeutungen erhellet, eben so gut von dem Zeitworte schließen gebildet
seyn kann, als die Latein. von claudere und cludere. Im Niederdeutschen wird
eine Schleuse in der ersten Bedeutung ein Siel und Schütt genannt.