Die Saat
, [
1233-1234] plur. die -en, von dem
Zeitworte säen. 1) Die Handlung des Säens, Lat. Satio, besonders des Getreides;
ohne Plural. Die Zeit der Saat, 3 Mos. 26, 5; die Saatzeit. Zur Saat-ackern
oder pflügen, einen Acker das letzte Mahl vor dem Säen pflügen, (
S. Staatsfurchen.) Die Saat vornehmen. Die Saat ist
geschehen. Wir sind in der Saat, wir sind mit dem Säen des Getreides
beschäftiget. Das Saatkorn, der Saatrocken, die Saatgerste, die Saaterbsen,
welche gesäet werden sollen; wofür man im Hochdeutschen und in der anständigern
Sprechart auch sagt Samenkorn, Samenrocken u. s. f. 2) Derjenige Same, welche
gesäet wird, besonders von dem zum Säen bestimmten Getreide; am häufigsten in
den Zusammensetzungen Ansaat, Einsaat, Frühsaat, Sommersaat, Wintersaat u. s.
f. wo der Plural nur von mehrern Arten gebraucht wird. Es ist in dieser
Bedeutung im Niedersächs. am üblichsten; im Hochdeutschen gebraucht man auch
hier das Wort Samen.
Hoffnungsvoll verwes't die Saat Auf den Tag der Ernte;
ein falscher Gedanke nach der übel verstandenen Stelle, 1
Cor. 15, 36, weil der ausgestreute Same in der Erde nicht verweset, sondern nur
entwickelt wird. 3) Das aus dem Samen hervor gewachsene und noch auf dem Halme
stehende Getreide; Lat. Satum. Das Einkommen deiner Saat, 5 Mos. 14, 32. Wenn
du in die Saat deines Nächsten gehest, so magst du mit der Hand Ähren abrupfen,
Kap. 23, 25. Von eurer Saat und Weinbergen wird er den Zehenten nehmen, 1 Sam.
8, 15. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung nicht üblich, wo man es in
der Landwirthschaft nur noch dem jungen Getreide gebraucht, ehe es schosset.
Die Saat stehet schön, schosset. Schön ists, wie die grüne Saat dort über das
Feld hin die zarten Spitzen aus dem Schnee empor hebt, Geßn. Auf Saaten, die
des Rosses Huf zertreten, Raml. Auch hier findet der Plural nur von mehrern
Arten Statt. 4) In einigen Gegenden ist es auch ein Feldmaß, vermuthlich so
viel Land, als man auf Ein Mahl, oder in Einem Gange zu besäen pflegt. So ist
im Eiderstädtischen eine Saat ein Stück Feldes von 36 Quadrat-Ruthen. Sechs
Saat machen ein Demat, und 360 Saat einen Pflug. Der Plural bleibt hier, so wie
bey so vielen andern Wörtern dieser Art, unverändert. Anm. Bey dem Ottfried
Sat, im Tatian Sati und Sata, im Nieders. Saad und Saat, im Angels. Saed, im
Engl. Seed, im Isländ. Säde, im Schwed. Säd; alle von einem jeden Samen;
Nieders. Kohlsaat, Rübesaat u. s. f. Im Hochdeutschen gebraucht man es nur von
dem Getreide, für das gleichfalls übliche Samen. (
S. Säen.) In einigen Oberdeutschen Gegenden ist es
weiblichen Geschlechtes, die Saate. Die Saate gehet auf, Opitz. Die Saate soll
hernach, wo Pergamus war, stehn, ebend. Des Cadmus Saate kann dir meine Macht
bewähren, Lohenst. Die Alten schreiben in diesem Worte nur ein einfaches a,
Sat, Ottfr. Erst in den neuern Zeiten hat man angefangen, ein doppeltes zu
schreiben, ob es gleich besser gewesen wäre, man hätte hier nichts geändert.
Schreibt man doch That. Bad, Rath, Pfad u. s. f. ohne daß das a Gefahr liefe,
kurz ausgesprochen zu werden.