Rammeln
, [
925-926] verb. reg. welches in
doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1.
* Eigentlich, ein lautes Geräusch, ein Getöse machen, lärmen; Schwed. ramla,
Griech. -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - , -
hier
nichtlateinischer Text, siehe Image - . Es ist im Hochdeutschen in dieser
Bedeutung veraltet. 2. in weiterer Bedeutung, solche ungestüme Bewegungen
machen, welche in vielen Fällen mit diesem Getöse verbunden sind. 1) So
gebraucht man im gemeinen Leben das Wort rammeln sehr oft von allerley
unordentlichen und heftigen Bewegungen mit Händen und Füßen. Auf dem Strohe
herum rammeln. Wo es auch active üblich ist. Das Kind hat das Bett zu Schanden
gerammelt. In den niedrigen Sprecharten sind dafür auch die Wörter rankern und
ranzen üblich. 2) Sich begatten, sich belaufen; wo man es doch nur von den
Hasen, Kaninchen, Katzen und Böcken gebraucht. In der Lausitz und andern
Gegenden sagt man es auch von dem Rindviehe, da denn der Zuchtochs auch der
Rammelochs genannt wird. Zunächst wird es nur von dem männlichen Geschlechte
der Thiere gesagt, der Bock rammelt; in weiterer Bedeutung aber gebraucht man
es auch von beyden Geschlechtern. Die Hasen rammeln, wenn sie sich begatten.
Viele andere gleichbedeutende Wörter, welche aber von andern Thieren gebraucht
werden, z. B. brunsten, rauschen, ranzen, balzen, rollen u. s. f. sind
gleichfalls von dem Geräusche hergenommen, welches manche Thiere dabey zu
manchen pflegen. (
S. Rammbock und Rammler.) Nieders. gleichfalls rammeln.
In Boxhorns Glossen ist Rammalond schon Coitus. II. Als ein Activum. 1)
Mehrmahls stoßen; auch als eine Anspielung auf das damit verbundene Geräusch.
Pfähle in die Erde rammeln. in der anständigen Sprechart ist dafür rammen
üblich,
S. dasselbe. 2) Versammeln; eine gleichfalls von dem
Getöse mehrerer sich versammelnder Dinge hergenommene Figur. In diesem
Verstande ist es nur noch im Bergbaue als ein Reciprocum üblich, wo sich die
Gänge rammeln, wenn sie so zusammen kommen, daß sie sich völlig mit einander
vermischen, so daß man ihr Streichen und ihr Salband nicht mehr erkennen kann;
worin es von dem sich scharen der Gänge verschieden ist. Im Wend. ist Rema die
Versammlung, und im Nieders. Ramp, Rammel, die Menge, Franz. Ramas. Daher das
Rammeln. Anm. Rammeln ist das Intensivum oder Frequentativum von rammen, oder,
da auch dieses wegen des doppelten m ein Intensivum zu seyn scheinet, von dem
veralteten ramen, welches schreyen, lärmen u. s. f. bedeutet haben mag, und
wovon Ruhm, rumoren, rummeln, brummen, Trommel, fremere, u. a. m. abstammen. im
Hebräischen ist -
hier nichtlateinischer Text, siehe Image - der
Donner, im Schwed. rama brüllen, Angels. hreaman, im Isländ. rymia. Rähmsken
bedeutet im Hannöv. wiehern.
S. Rühmen und Rammen.