Die Pfrieme
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753-754] plur. die -n, oder der Pfriem,
des -es, plur. die -e, bey einigen auch der Pfriemen, des -s, plur. ut nom.
sing. überhaupt ein jeder langer und spitziger Körper; in welcher weitern
Bedeutung es doch veraltet ist, indem es jetzt nur noch von einzelnen Körpern
dieser Art gebraucht wird. Von den spitzigen Blättern wird so wohl der Ginster,
Genista L. als auch die Hasenheide, Spartium L. häufig Pfriemen und
Pfriemenkraut genannt. Bey den Tuchmachern ist der Pfriemen der eiserne Draht
in dem Schützen, worauf die Pfeife steckt. Ein schmales an Einem Ende spitzig
zulaufendes Stück Ackers ist in der Landwirthschaft häufig unter dem Nahmen
eines Pfriemens bekannt. Am häufigsten gebraucht man dieses Wort von einem
spitzigen Eisen, Löcher damit in einen weichen Körper zu bohren, dergleichen
Pfriemen besonders die Schneider und Sattler haben, bey welchen letztern dieses
Werkzeug zugleich mit einem Hefte versehen ist. Mit einem Pfriemen das Ohr
durchbohren, 2 Mos. 21, 6. Sich mit Pfriemen ritzen, 1 Kön. 18, 28. In einer
andern Stelle gebraucht Luther es im weiblichen Geschlechte: so nimm eine
Pfrieme und bohre ihm durch sein Ohr, 5 Mos. 15, 17; in welchem Geschlechte es,
wenn es dieses Werkzeug bedeutet, auch im Hochdeutschen am üblichsten ist. Die
Ahlen oder Orte der Schuster sind eine Art dünner, schwacher und gemeiniglich
gekrümmter Pfriemen. Anm. Im Nieders. Preem, im Schwed. Pren, im Griech.
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hier nichtlateinischer Text, siehe Image - . Der Begriff der Länge,
besonders aber der Spitze, ist in diesem Worte ohne Zweifel der herrschende. Im
Nieders. wird daher die Geniste Brahm genannt, Angels. Brom, und bremen war
ehedessen für stehen üblich. Im Isländischen ist Prionn eine Nadel, und im
Holländ. Moordpriem ein Dolch. Wenn es bey dem Tacitus heißt, daß die alten
Deutschen ihre Spieße, mit welchen sie sich so wohl in der Nähe als Ferne
vertheidigten, Frameas genannt, so bleibt Wachter bey den Wörtern nahe und fern
stehen, und da fram in allen alten Mundarten beydes bedeutet, so läßt er das
Frama des Taciti davon abstammen, worin ihm auch Ihre beypflichtet, ungeachtet
diese Ableitung überaus gezwungen und sprachwidrig ist. Wahrscheinlicher wäre
sie geworden, wenn er das alte rahmen, schießen, bey dem Ottfried rammen, als
das Stammwort angenommen hätte. Allein, was bedarfs so vieler Umschweife, da
unser Pfrieme die natürlichste Ableitung an die Hand gibt. Noch Hornegk
gebraucht Fram von einem Wurfspieße, einer Lanze.
S. Riemen. [
753-754]