Die Lode
Die Lode,
[
2089-2090] plur. die -n, ein nur im
gemeinen Leben übliches Wort. 1) Ein Lappen, Lumpen; in einigen, besonders
Oberdeutschen Gegenden. Ein Loden Tuches, ein Stück, ein Lappen. Die Loden
hängen an dem Kleide herunter, die Lumpen. Ungewalste Tücher, welche noch
haarig sind, führen bey den Tuchmachern gleichfalls den Nahmen der Loden, und
eben so werden im Oberdeutschen die groben Fußdecken genannt, daher es daselbst
eigene Lodenweber oder Loderer gibt. 2) Im Forstwesen wird der Trieb oder
Schuß, d. i. dasjenige, um wie viel ein Baum in Einem Jahre in der Länge
gewachsen ist, eine Lode, in einigen Gegenden auch wohl ein Limpf genannt. Ja
auch die Ringe in dem Holze, welche den Jahrwuchs in der Dicke bezeichnen
führen gleichfalls diesen Nahmen. 3) Die jungen aufgeschossenen Bäume des
Laubholzes, so lange sie noch Reifern ähnlich sind, die Schößlinge, sind
gleichfalls unter dem Nahmen der Loden bekannt. Junge Schößlinge oder Loden.
Anm. In beyden Bedeutungen ist der Begriff der leichten Bewegung ohne Zweifel
der herrschende. In der ersten ist er es unlängbar, wie aus den verwandten
lodern, liederlich, flattern, schlottern, Lotterbube u. s. f. erhellet. In der
zweyten und dritten könnte dieses Wort zu Latte gehören; allein aus dem
folgenden Zeitworte loden erhellet, daß auch hier die Bewegung der Stammbegriff
ist, so wie die gleichbedeutenden Schuß und Schößling von schießen herkommen.
Im Isländ. ist Lod und im Schwed. Lo eine Zote, ein Büschel Haare oder Wolle,
und luden rauch, zotig.