Der Kram
Der Kram,
[
1745-1746] des -es, plur. inus. von dem
Zeitworte kramen. 1. Der Handel im Einzelnen, im Kleinen, ingleichen der Handel
mit unerheblichen Dingen. Diminut. das Krämchen. Einen Kram anfangen. Der Kram
gehet. Jemanden den Kram verbiethen. Der Elsenkram, Käsekram, Gewürzkram,
Galanterie-Kram u. s. f. der Handel mit Eisenwaaren, mit Käse, mit Gewürzen,
mit Galanterie-Waaren. 2. Der Gegenstand des Krames, die Waaren, womit man im
Kleinen handelt. 1) Eigentlich. Seinen Kram auslegen, auspacken, einlegen,
einpacken. Das dienet nicht in seinen Kram, figürlich, ist nicht für ihn, ist
ihm nicht brauchbar, ist nicht nach seinem Geschmacke. Seinen Kram auf den
Rücken herum tragen. 2) Figürlich, der Gegenstand, womit man sich gewöhnlich
beschäftiget. Wenn man für nichts Augen hat als nur für seinen Kram. Ingleichen
ein jeder Handel, ein Geschäft, eine Sache, im verächtlichen Verstande. Das
verdirbt mir den ganzen Kram. Ich würde gewiß den ganzen Kram verrathen. Das
ist ein böser Kram, eine böse Sache. 3. Der Ort, wo man dergleichen Waaren feil
hat, die Krambude, der Laden; doch nur noch zuweilen im gemeinen Leben. Einen
Kram aufschlagen, eine Bude. Seinen Kram aufmachen, zumachen. Im Krame sitzen,
in der Bude, in dem Laden. Anm. In der letzten Bedeutung schon im Schwabensp.
Crame; im Nieders. Kraam, im Pohln. Kram, im Dän. und Schwed. gleichfalls Kram.
(
S. Kramen.) Die Niedersachsen haben noch ein anderes
gleichlautendes aber der Bedeutung und Abstammung nach ganz verschiedenes Wort,
indem bey ihnen Kram das Wochenbelt bedeutet. In den Kram kommen, in die
Wochen. Daher ist bey ihnen Krammutter die Kindbetterinn Kramvater deren Mann,
die Kramsteuer das Wochengeschenk, kramen im Kindbette seyn, Mißkram eine
unzeitige Niederkunft u. s. f. Tuinmann leitete es in dieser Bedeutung, dem
Bremisch-Nieders. Wörterbuche zu Folge, von dem Niederdeutschen karmen, kermen,
winseln, kreißen her.
S. Krampf Anm.